Lehramtsbefähigung und Status sichtbar machen
Die erste Frage jeder Schule lautet: Dürfen Sie hier als Lehrkraft eingesetzt werden, und in welchen Fächern? Nennen Sie Ihre Qualifikation deshalb gleich im Kurzprofil und noch einmal unter Ausbildung – genau, nicht ungefähr:
- Lehramt und Fächer: Schulform und Fächerkombination, etwa Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen, Englisch und Geschichte oder Lehramt an Grundschulen mit Mathematik und Deutsch.
- Erste Phase: Erste Staatsprüfung oder Master of Education, je nach Bundesland, mit Note.
- Referendariat: Dauer, Seminar bzw. Studienseminar, Ausbildungsschule und die Zweite Staatsprüfung mit Note.
- Status: ob Sie verbeamtet, angestellt oder als Vertretungslehrkraft tätig sind. Wer über den Seiteneinstieg oder Quereinstieg kommt, schreibt dazu, welche berufsbegleitende Qualifizierung er absolviert.
Für die Einstellung an Schulen werden in der Regel ein erweitertes Führungszeugnis und ein Nachweis über den Masernschutz verlangt. In den Lebenslauf gehören sie nicht, Sie sollten sie aber rechtzeitig beantragen. In Österreich achten Schulen auf das Lehramtsstudium und die Induktionsphase, in der Schweiz auf ein EDK-anerkanntes Lehrdiplom.
So schreiben Sie das Kurzprofil
Fassen Sie in drei bis vier Sätzen zusammen: Lehramt und Fächer, Schulform und Jahrgangsstufen, Ihre aktuelle Funktion (Klassenleitung, Fachvorsitz, Koordination, Beratungslehrkraft) und die Stelle, die Sie suchen. Ergänzen Sie dann ein konkretes Ergebnis. In der Sekundarstufe sind das oft Abitur- oder Prüfungsergebnisse und Kurswahlen, in der Grundschule zum Beispiel Lesefortschritte oder ein Fach, das Sie schulweit koordinieren.
Streichen Sie Sätze wie mit Leidenschaft für junge Menschen. Das schreibt jede Bewerberin und jeder Bewerber. Zeigen Sie es lieber an dem, was Sie tun: eine AG, die Sie gegründet haben, ein Austausch, den Sie jedes Jahr organisieren, oder Schülerinnen und Schüler, die Ihr Fach als Leistungskurs gewählt haben.
Was in die Berufserfahrung gehört
Beginnen Sie jede Station mit dem Rahmen: Schulform (Grundschule, Gesamtschule, Gymnasium, Berufskolleg, Förderschule, Privatschule), Fächer, Jahrgangsstufen und Ihre Funktionen. Wählen Sie dann drei bis fünf Stichpunkte, die Wirkung zeigen:
- Ergebnisse: Abitur- oder Abschlussprüfungen, Lernstandserhebungen, Wahlen von Grund- und Leistungskursen. Vergleichen Sie mit Vorjahren oder dem Schuldurchschnitt, nicht mit Zahlen, die Sie nicht belegen können.
- Schulentwicklung: schulinterne Curricula, neue Profile oder Zweige, Medienkonzepte, Vertretungskonzepte.
- Inklusion und Sprachförderung: wie Sie in heterogenen Gruppen differenzieren, mit Sonderpädagogik zusammenarbeiten oder Deutsch als Zweitsprache fördern.
- Schulleben: AGs, Wettbewerbe, Klassenfahrten, Austausche, Schülervertretung.
- Ausbildung: Betreuung von Praxissemesterstudierenden und Referendarinnen und Referendaren als Ausbildungslehrkraft.
Das Referendariat gehört als eigene Station in die Berufserfahrung, mit Seminar, Ausbildungsschule und Fächern. So sieht man sofort, wie viel eigenständigen Unterricht Sie bereits erteilt haben.
Kompetenzen und Fortbildungen
Nutzen Sie den Abschnitt Kompetenzen für das, worauf sich eine Fachgruppe vom ersten Tag an verlassen kann: Prüfungserfahrung (zentrale Abschlussprüfungen, Abitur, Zweitkorrektur), Unterrichtsformen wie bilingualer Sachfachunterricht oder Projektunterricht und die digitalen Werkzeuge, die Sie wirklich nutzen – zum Beispiel Moodle, IServ, Microsoft Teams, digitale Tafeln oder Tablet-Klassen.
Listen Sie Fortbildungen, die Ihren Unterricht verändert oder zu einer Zusatzqualifikation geführt haben: Zertifikatskurse, Erweiterungsprüfungen für ein drittes Fach, Beratungs- oder Schulleitungsqualifizierungen. Einzelne Pädagogische Tage brauchen keinen eigenen Eintrag. Eine Erweiterungsprüfung oder die Lehrbefähigung für ein Mangelfach ist dagegen so wichtig, dass sie auch ins Kurzprofil gehört.
Länge, Form und Anpassung an die Schule
Halten Sie Ihren Lebenslauf als Lehrkraft bei ein bis zwei Seiten, tabellarisch und umgekehrt chronologisch. Berufseinsteiger nach dem Referendariat kommen meist mit einer Seite aus. Ein Foto ist üblich, aber freiwillig; Ort, Datum und Unterschrift sind bei Online-Bewerbungen nicht mehr nötig, viele Bewerberinnen und Bewerber setzen sie aber weiterhin unter den Lebenslauf.
Im öffentlichen Schuldienst laufen Einstellungen in vielen Bundesländern über Online-Portale, Ranglisten und schulscharfe Ausschreibungen. Gerade bei schulscharfen Stellen, an Privat- und Ersatzschulen und bei Funktionsstellen entscheidet Ihr Lebenslauf darüber, ob Sie eingeladen werden. Lesen Sie die Ausschreibung und das Schulprogramm auf der Website und greifen Sie auf, was der Schule wichtig ist: ein MINT- oder Sprachenprofil, Ganztag, Inklusion oder ein Medienkonzept.
Beispiele für das Kurzprofil: Lehrkraft
Berufserfahren
Oberstudienrätin für Mathematik und Physik mit 15 Jahren Unterrichtserfahrung am Gymnasium, davon sechs als Oberstufenkoordinatorin für rund 280 Schülerinnen und Schüler. Verantwortlich für Kurswahlen, Laufbahnberatung und die Organisation des Abiturs. Ausbildungsbeauftragte für Referendarinnen und Referendare. Ich suche eine Stelle als stellvertretende Schulleiterin.
Mit Erfahrung
Grundschullehrerin mit Lehramtsbefähigung für Deutsch, Mathematik und Sachunterricht und sechs Jahren Erfahrung an einer offenen Ganztagsschule. Klassenleitung in den Jahrgängen 1 bis 4, Fachkoordination Deutsch und Leseförderung, Zusatzqualifikation Deutsch als Zweitsprache. Ich möchte an einer Schule mit Schwerpunkt Sprachförderung Verantwortung übernehmen.
Berufseinstieg
Lehrer für Biologie und Chemie an Gymnasien und Gesamtschulen, Zweites Staatsexamen im Oktober 2026 mit Note 1,8. Im Referendariat selbstständiger Unterricht in Sekundarstufe I und II sowie Leitung einer Schulgarten-AG. Sicher im Experimentalunterricht und in der Arbeit mit Tablets. Ich suche eine Planstelle an einer Schule mit naturwissenschaftlichem Profil.
Beispiele für Erfolge im Lebenslauf: Lehrkraft
- Unterrichtete Mathematik in den Jahrgangsstufen 5 bis 12, darunter zwei Leistungskurse bis zum Abitur mit einem Kursdurchschnitt von 10,4 Punkten.
- Entwickelte mit der Fachgruppe ein neues schulinternes Curriculum für Deutsch in der Sekundarstufe I einschließlich gemeinsamer Klassenarbeiten und Bewertungsraster.
- Steigerte die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit Leistungskurs Chemie in drei Jahren von 9 auf 23.
- Gründete eine Robotik-AG mit 16 Teilnehmenden, die zweimal am regionalen Wettbewerb teilnahm.
- Führte als Klassenleitung einer 9. Klasse regelmäßige Lernentwicklungsgespräche mit Eltern ein und reduzierte die unentschuldigten Fehlstunden im Schuljahr um rund ein Drittel.
- Betreute als Ausbildungslehrkraft vier Referendarinnen und Referendare sowie sechs Studierende im Praxissemester.
- Organisierte den Fremdsprachenwettbewerb der Schule und eine jährliche Studienfahrt nach London für bis zu 45 Schülerinnen und Schüler.
- Koordinierte die Einführung von Tablet-Klassen in Jahrgang 7 und schulte 20 Kolleginnen und Kollegen in der Arbeit mit der Lernplattform.
- Förderte in Kleingruppen zugewanderte Schülerinnen und Schüler in Deutsch als Zweitsprache; 11 von 14 wechselten nach einem Jahr vollständig in den Regelunterricht.
- Übernahm die Zweitkorrektur im Zentralabitur Englisch und schulte die Fachgruppe zu den aktuellen Bewertungsvorgaben.
Kenntnisse für Ihren Lebenslauf: Lehrkraft
Fachkenntnisse
- Kompetenzorientierte Unterrichtsplanung
- Leistungsbewertung und Prüfungskorrektur
- Abitur- und Abschlussprüfungen
- Differenzierung und Binnendifferenzierung
- Inklusiver Unterricht
- Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
- Bilingualer Sachfachunterricht
- Lernplattformen wie Moodle oder IServ
- Digitale Tafeln und Tablet-Unterricht
- Schulinterne Curricula entwickeln
- Stundenplan- und Vertretungsplanung (Untis)
Soziale Kompetenzen
- Klassenführung
- Konfliktlösung und Mediation
- Elterngespräche führen
- Teamarbeit in Fachgruppen
- Beratung von Schülerinnen und Schülern
- Organisationstalent bei Fahrten und Projekten
- Geduld und Verlässlichkeit